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Kultur

Menschen

Als erstes muss man sagen, die Chilenen sind wirklich hilfsbereit, wenn man auf der Strasse steht und nicht weiterkommt, sie fragen was los ist und helfen dir.

Allerdings sind viele etwas „pillo“ - gaunerisch, so dass man schon sein Wechselgeld nachzählen sollte an der Kasse und nicht jedem vertrauen sollte.

Am dichtesten besiedelt ist der Großraum Santiago de Chile. Die Stadt hat 5,5 Millionen Einwohner.

Die Einwohner Chiles setzen sich aus verschiedenen Nationen zusammen sowie Chilenen, die europäische Vorfahren haben. Chiles Bevölkerung wird dominiert durch Mestizen – hervorgegangen aus Mischehen der spanischen Kolonisatoren und den indianischen Ureinwohnern. Die reinrassig gebliebenen, indianischen Stämme, sind die Aymara im Norden und die Mapuche in den bewaldeten Regionen des Seen Distrikts.

Die ersten Deutschsprachigen trafen 1843 ein und siedelten sich vor allem im Gebiet um den Llanquihue-See und in Valdivia, Osorno, sowie Puerto Montt an. Der Bevölkerungsanteil an Deutschen bzw. Deutschstämmigen beträgt heute ca. 200.000. Nur im Süden Chiles wird noch vereinzelt deutsch gesprochen. Dort gibt es daher deutsche Schulen, Sportvereine sowie Krankenhäuser.

Weitere Einwanderer kamen aus Frankreich, Italien, Kroatien und Palästina bzw. dem Nahen Osten.

Sitten und Bräuche

Die Chilenen nehmen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau. Verabredungen werden im allgemeinen mit mindestens 15 min. Spielraum gehandhabt. Überlandbusse und Flugzeuge sind hingegen generell pünktlich.

Auf das äussere Erscheinungsbild legen die Chilenen großen Wert. Lange Haare und Ohrringe bei Männern sowie kurze Röcke, unrasierte Beine und Achseln bei Frauen sind den sehr gepflegten Chilenen ebenso unsympathisch wie kein oder unzureichendes Deo.

Im Arbeitsalltag sind die Kleidungsregeln formell. In vielen Büros besteht Krawattenpflicht. Jeans, T-Shirt oder Sandalen sind tabu.

Bei der Anrede wird meistens das Usted – Sie gebraucht. Hingegen duzt man sich schnell mit Kollegen und flüchtig Bekannten, außer in besonders formellem Kontext; besonders jüngere Leute (bis 30, 35) werden gern geduzt. Im Zweifelsfall und besonders gegenüber Älteren oder Vorgesetzten lieber beim „Sie“ (Usted) bleiben.

Sprache

Die Amtssprache ist Spanisch, wobei das in Chile gesprochene Spanisch stark regional gefärbt ist.

Sie benutzen einge eigene Wörter, chilenismos, aber wenn sie hören, dass ein Deutscher schön Spanisch spricht so wie er es im Kurs gelernt hat, dann freuen sie sich.

Es gibt auch einige sehr harte Schimpfwörter – garrabates – die auch von vielen gesagt werden, aber als Ausländer sollte man so fein wie möglich sprechen und sie nicht gebrauchen.

Englisch ist nur wenig verbreitet. Im Süden Chiles wird auch vereinzelt Deutsch gesprochen.

Die bekannteste indigene Sprache ist Mapudungun der Mapuche in Südchile, daneben sind in Nordchile Aymara und auf der Osterinsel Rapanui verbreitet.

Religion

Bei der Volkszählung 2002 rechneten sich 7.853.000 Befragte (69,96 %) zur römisch-katholischen Kirche. Etwa 15 % der Chilenen gehörten protestantischen Glaubensgemeinschaften an. Desweiteren rechneten sich 8,3 % Agnostizismus zu und weitere dem indianischen Schamanismus (Letzterer ist nur unter Ureinwohnern vertreten).

Sehr verbreitet ist die Pfingstbewegung, die Iglesia Pentecostal, die von ihrer Ausrichtung sehr pietistisch sind.

Sollten Sie dort zu einem Gottesdienst gehen wollen, bitte Anzug und Krawatte anlegen und als Frau besser in Rock als in Hose kommen.

Kleinere Glaubensrichtungen bilden die Zeugen Jehovas (0,4 %), die Mormonen (0,92 %), Juden (0,13 %) und andere.

Kultur

Die Kultur Chiles wurde stark von Europa beeinflusst. Im frühen 19. Jahrhundert wanderten viele englische, irische sowie deutsche Siedler nach Chile aus.

Viele intellektuelle Chilenen werden seit Jahrhunderten in Paris ausgebildet und ihr Einfluss ist in allen Kulturbereichen sichtbar. Wichtige Kunstgalerien, Museums und eine lebendige Theaterszene sind das Resultat.

In Chile gibt es ein reichhaltiges Angebot an sehr schönem Kunsthandwerk, z.B. Schmuck aus Silber und Lapislazuli, Holzgegenstände, gewebte Decken, Schals und Keramik.

Wenn Sie in Santiago sind, machen Sie einen Ausflug nach Los Dominicos, dort gibt es einen schönen Kunsthandwerkermarkt.

Essen und Trinken

Die chilenische Küche hat eine Vielzahl von Einflüssen – vielfach auch von deutschen Einwanderern. So finden sich etwa deutsche Bezeichnungen wie „Kuchen“ oder „Apfelstrudel“ auch im Wortschatz der chilenischen Konfiserie. Auch der Christstollen ist als Weihnachtsgebäck bekannt.

Ebenfalls auf deutsche und andere mitteleuropäische Einflüsse zurückzuführen ist das typisch chilenische Sauerkraut (Chucrú vom französischen Choucroute). Viele Biere werden nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

Neben einem reichen Angebot an Fisch und Meeresfrüchten wird in Chile sehr gerne Huhn gegessen. Gegrilltes Fleisch, ein so genannter Asado, gehört zu den traditionellen Speisen bei geselligen Anlässen. Neben Rind- und Schweinefleisch werden dabei vor allem würzige Paprikawürste (Longanizas) verwendet. Das Fleisch wird vor dem Grillen oft einige Stunden in Bier eingelegt, um seine Zartheit zu erhöhen.

Zu den Nationalgerichten zählt die chilenische Empanada, das sind unterschiedlich (z.B. mit Rindfleisch, Hühnchen, Meeresfrüchten oder Käse) gefüllte Teigtaschen, die im Ofen gebacken oder frittiert zubereitet werden.

Die Cazuela ist ein kräftiges Eintopfgericht, in dem Hühnchen oder auch Rindfleisch, Maiskolben (Choclos), Kürbis und weiteres Gemüse verwendet wird.

Die chilenische Küche wird aber leider, wie fast überall auf der Welt, durch Fast-Food ersetzt. Sehr typisch hier ist der „Completo“ - das ist ein Hotdog mit Avocado, Tomate und Mayonaise, den man fast an jeder Ecke bekommt.

Medien

Das Programm der Fernsehsender ist hauptsächlich seichte Unterhaltung (Shows, US-amerikanische Filme, Fernsehserien) sowie Sportberichterstattung, politische Sendungen, Naturdokumentationen und Kulturprogramme (letztere sind dünn gesät, dann aber oft von überraschend guter Qualität).

Die Nachrichten beginnen erst um 21 Uhr und dauern dann etwa eine Stunde. Im Vormittagsprogramm werden die Nachrichten nochmal wiederholt und Freitag Abend gibt es eine gute Sendung, in der historische und politische Themen besprochen werden.

Die Presselandschaft wird weitgehend von zwei Konzernen dominiert. Die Zeitungen La Tercera und El Mercurio, werden zur obligatorischen Lektüre der chilenischen Bevölkerung zählt.

Wichtige Wochenzeitschriften sind Ercilla und Qué Pasa. Es gibt eine deutschsprachige Wochenzeitung mit Namen Cóndor.

Bildung

In Chile gibt es insgesamt 23 deutsche Schulen sowie einige Kindergärten.

Englisch ist nur wenig verbreitet, weil gute Sprachkenntnisse nur an Privatschulen vermittelt werden. Seit 2002 ist es eine Pflicht für die Schüler, 12 Jahre in der Schule zu sein. Es herrscht Lehrmittelfreiheit. Seit neuestem wird auch an vielen Schulen Chinesisch gelehrt.

Die wichtigsten Universitäten (z.B. Pontificia Universidad Católica de Chile) liegen in Santiago de Chile, Concepción und Valparaíso. Allerdings ist der Zugang zu den Universitäten aufgrund von hohen Studiengebühren für die ärmeren Schichten nur schwer möglich.

Es gibt einige Bildungsinstitute, dort herrscht aber viel Korruption und die Zeugnisse werden verkauft.

Auf dem Land trifft man viele Chilenen die nur sehr geringe Schulbildung besitzen und man wirklich überrascht ist, wie schlecht sie Spanisch sprechen und wie gering ihre Allgemeinbildung ist.

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